Montag, 12. mai 2008
Zunächst einmal: ich hasse Nachtdienste. 
Ich hasse sie nicht wirklich, im Grunde sind sie zur Zeit das Einzige, was mir an meinem Job überhaupt noch Spaß macht, aber es ist einfach Scheiße (Entschuldigung) an einem Pfingstmontag Morgen nach Hause zu kommen, auf dem Balkon die Kühle und Stille zu geniessen, ins Bett zu gehen um vor zunehmender Hitze und Kinder- und Erwachsenen Geschrei nicht schlafen zu können.
Feiertag, die Stadt ist irgendwie tot. Ich liege den ganzen Tag auf dem Bett. Nachdem irgendein Nachbar seine Anlage so lautstark aufdrehte, dass ich die Bässe der Dancemusik im Bauch spürte, mache ich mir einen Kaffee, lege mich wieder aufs Bett. Die Vorhänge zu, damit Hitze und Tageslicht draussen bleiben, die Tür zum Balkon offen, damit sich die Hitze, die trotz Vorhang hineinkommt, nicht staut und mir das Gefühl einer Sauna vermittelt.
Ich kann immer noch nicht schlafen, verflucht. Ich habe nur zwei Tage frei und keine Lust, diese vor Müdigkeit auf dem Sofa oder dem Bett zu verbringen.
Fernseher an: Erdbeben in China, 7000 Tote Menschen und irgendwo hört jemand "Love is in the air", na toll.
Ich gehe mich rasieren, ziehe mir was an und gehe raus, um eine neue Packung Zigaretten zu holen. Die Stadt ist echt tot.

Wie genial. Ich wohne in einer Großstadt, mitten in der Mitte und an jedem Sonn- und Feiertag ist hier alles toter als zu Hause, auf dem Land. Ich sehe eine Asiatin mit iPod (oder zumindest typisch weissen Ohrhörern) und denke an "Love is in the air".

Wieder zu Hause fallen mir fast die Augen zu. Es ist immer noch heiß und noch lauter. Drei verschiedene Anlagen in Konkurrenz mit einem Rudel Fünfjähriger, die mitten in der Stadt aufwachsen. Weit und breit kein Spielplatz, aber ein Alkoholiker, der die Kinder regelmäßig anschreit und ihnen droht: "Love is in the air".

Wie gut, dass ich heute nicht arbeiten muss, um neunzehn Uhr gebe ich auf, schalte mein Laptop ein und überlege, was ich am Abend mache - wenn mir nicht die Augen zufallen. Berichte über das chinesische Erdbeben füllen die Nachriten Seiten. 
In meinen Emails wird mir tonnenweise Viagra angeboten, Kredite und Handys, alles schufafrei und wenn ich meine Kreditkartennummer in einen Link eintippe, bekomme ich eine Lieferung des in Deutschland verbotenen "Vicodin": "Love is in the air".

Ich lösche den Mist, übrig bleibt ein Gruß einer Bekannten aus England, es wird Zeit etwas zu tun, um wenigstens die letzten Stunden des Tages zu nutzen - hätte ich heute Morgen auf dem Balkon schon gewusst, wieviel Love heute in the air sein würde, ich hätte mich in den Hofgarten gelegt oder wäre mit Freunden an den Rhein gegangen, doch hinterher ist man immer schlauer.

Übrigens, noch mehr als Nachtdienste am Wochenende hasse ich diesen schrecklichen Song "Love is in the air" - furchtbar. 
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Allgemeines Community: Sprechen durch Schreiben
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Freitag, 9. mai 2008
Frühling ? 
Nicht wirklich. Ebenso wenig wirklich, wie der Winter, der eher ein verschärfter Herbst war, einer der - so schien es - nie enden wollte.
Noch vor einer Woche mussten wir im Regen frieren, weil 8 bis 13 Grad bei Dauerregen und Sturm nicht so warm wirkt, heute schon saß ich in Shorts und Muskelshirt bis 0.00 Uhr auf dem Balkon und genoss die warme Sommerluft.
Die Sonne selber besitzt fast tödliche Kräfte, so scheint es (natürlich besitzt sie die, aber ich rede ja vom Sonnenschein am Tag).
Ein weiterer Supersommer wäre geil, nicht so 'ne Niete wie im Vorjahr, wo ja keine Jahreszeit so richtig wirklich war; immer von allem ein wenig, aber zu wenig um die Bedingung der Definition zu erfüllen. 

Das Wetter, das Klima hat sich sehr verändert. Ich erinnere mich noch, an die Zeit, als es im Dezember immer schneite. Jedes Jahr, sechzehn Jahre am Stück. Und dann, von einem Jahr zum Nächsten, hat Schnee einen echten Raritätenwert und lässt die weiße Weihnachtszeit eher blass oder besser: düster und grau aussehen. Die Sommer werden immer heisser oder sind halt gar nicht erst vorhanden (sowie 2007) und Frühling als Jahreszeit existiert gar nicht mehr.
Angst macht mir das (noch) keine, ich glaube (zur Zeit) nicht, dass wir verglühen oder verbrennen oder im Hochwasser der geschmolzenen Eismassen ertrinken.

Angst macht mir viel mehr die Menschheit als solche. Kinderschänder haben gerade wieder Hochkonjunktur. Um dem perversen Spiel die Krone aufzusetzen, missbraucht ein Vater seine Tochter, zeugt ihr ein Kind nach dem Anderen und wird jahrelang in den Keller gesperrt. Und keiner hat etwas gesehen oder gemerkt.

Eine Mutter von drei Kindern, biedere Hausfrau in einem konservativen Dorf, ist völlig überfordert, dreht psychisch ab und steckt nacheinander drei Neugeborene in die Tiefkühltruhe - und keiner hat etwas bemerkt oder gesehen. Die Schwangerschaften waren wohl für die Umwelt nicht sichtbar, jahrelang sieht keiner in die Kühltruhe und Niemand im 1600 Seelen Ort bemerkt eine psychische Auffälligkeit. Äh ???

Wegsehen ist wieder in.

Um von den vielen schlimmen Nachrichten über missbrauchte oder getötete Kinder abzulenken, beschließt die Rot-Schwarze
Koalition mal eben eine Diätenerhöhung von 6 %.
Hallo ?  Unsereins streikte vor zwei Jahren für 2 % nachdem die Krankenpflege Gehälter vorher zehn Jahre lang nicht erhöht wurden, wir wissen kaum noch, wie wir die täglichen Lebensmittel finanzieren sollen, Rentner - jene Menschen, die jahrzehnte lang schwer schuften mussten und Deutschland aufbauten, um es zu dem zu machen, was es heute ist - verarmen. Die Mittelschicht von einst wird ebenso wegrationalisiert wie der Frühling und unsere Politiker gönnen sich mal eben 6 %.
Haben sie sicher verdient. Alle. Und nötig sowieso, nicht dass die am Ende noch ihre Anzüge bei C&A kaufen müssen oder beim Empfang den guten Champagner gegen billigen Fusel austauschen müssen.
Wenn es nicht so traurig und schreiend ungerecht wäre, dann würde ich es als lächerlich bezeichnen.
Doch das Lachen ist mir längst vergangen.

Der heisse Sommertag neigt sich dem Ende zu und wir warten auf die neuesten schlimmen Nachrichten, die die von heute und gestern übertreffen müssen. Wie wäre es denn, mit einer Familie, die ihre Nachbarn nach und nach verspeist. Ob das auch keiner merkt ?  
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Nachtgedanken
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Donnerstag, 1. mai 2008
Der Regen kam gar nicht so überraschend. Zumindest in Düsseldorf musste die Sonne immer wieder versuchen, sich gegen große, schwarze Wolken durch zu setzen. Das Gewitter hingegen kam schon überraschender. 
Und ich sitze hier auf dem Sofa, spüre jeden einzelnen meiner Knochen und genieße Musik aus allen Genres, höre mich durch alle Neuigkeiten des letzten Monats, denn mein plötzlicher Sport- und Lernfimmel nimmt mittlerweile einen solchen Teil meiner Freizeit für sich in Anspruch, dass ich mir vor einigen Tagen erst einmal einen neuen "iPod Classic" zulegte; der Alte war schon seit Wochen defekt und die 8GB meines iPhones reichen gerade einmal für einen kleinen Teil, der neuen CDs des letzten Monats.
So genieße ich nun, diesen nicht sehr frühlingshaften ersten Mai also (endlich) einmal mit "Nichtstun" oder dem Ordnen meiner Festplatte und allen CDs.
Im Artikel über "Portishead" habe ich es schon angedeutet: Der Anfang eines neuen Jahres bedeutet mittlerweile erst einmal musikalisches Ödland. Bis Ende Februar standen "Tarja's" Winterstorm und "Cave's" Dig, Lazarus Dig  in den Regalen, "Joy Division" Best of CDs und Wiederveröffentlichungen wohin man sah - ach ja und "Amy" in Deluxe- oder sonstigen Versionen, selbst der Japan Import von "Back to Black" zierte das "Neuheiten" Regal eines großen Technik Marktes.
Und dann, im März: eine Reihe von mehr oder weniger hörenswerten Pop Produktionen, noch mehr "Joy Division", noch mal "Back to Black" und im April, einen Monat vor dem Startschuss der Festival Saison wissen die Geschäftsinhaber plötzlich nicht mehr, wohin mit den ganzen neuen CDs. Selbst im, auf Alternative und Gothic spezialisierten Laden gibt es für einige gute Neuveröffentlichungen nicht genügend Platz, sie verschwinden in der Masse der alphabetisch geordneten CDs oder Vinyls, "Saturn" braucht mindestens drei Reihen allein für "Madonna", wer hier nach exotischerem Sucht als allenfalls "Whitesnake" kann direkt einen Bogen um die Neuheiten machen (und jetzt haben auch "Joy Division" keinen Platz mehr hier).
Schnell ist der weithörige Musikfan eine Menge Geld los, rechnet an der Kasse schweißgebadet, ob die Kohle denn nächsten Monat noch für die neue "Metallica" reichen wird (keine Angst Leute, die wird sicher eh erst mal um ein paar Wochen verschoben werden - und wenn die genauso klingt wie die letzten Metallica Outputs, sollte man sich das Geld besser sparen).
Wirklich neu ist diese Szenerie nicht, denn sie wiederholt sich Jahr für Jahr. Und ärgert einen Jahr für Jahr. Schon jetzt wissen wir, dass in der Zeit von Mai bis Juni noch etliche neue, großartige Alben und fragwürdige "Sommerhits" mit großem Klingelton Potential veröffentlicht werden, ehe das große Juli/August Sommerloch dann wieder einmal Flaute herrscht. Im September geht es dann weiter, bis im November wieder etliche Best of Produktionen den Vorweihnachtsmarkt bestimmen. In diesem Jahr gibt es sicher eine Best of CD von "Whitesnake", eine Winteredition von "Amy Winehouse", eine Live CD von "Metallica", singende "Weihnachtsmänner" aus der Jamba Werbung und dann ist das Jahr vorüber und im nächsten Jahr beginnt dann alles von vorne. So neu ist also zumindest die Art nicht, mit der jährlich Tonträger veröffentlicht werden. 
Und alles scheint so vorhersehbar. Nach "Portishead" in diesem Jahr dürfen wir sicher mit einem Riesen Comeback von "Massive Attack" im nächsten Jahr rechnen. 
Die einzige Überraschung wird sicherlich das seit Jahren verschobene "Guns n'Roses" Output werden, zumindest lässt sich aber vorhersagen, dass wenn nicht in diesem Mai, es frühestens im nächsten April soweit sein wird, und das auch nur, wenn GNR auf allen Festivals der Welt angekündigt sein werden.
Ich indes, höre noch ein wenig "Adam Green" (Überbleibsel des April) und lege meine schmerzenden Beine hoch, höre auf mich über die Musikindustrie zu ärgern, solange zumindest die Qualität der Produktionen noch gut ist - und was das anbelangt, gibt es ja nicht sooooo viel zu meckern - oder ? 
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Allgemeines
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Donnerstag, 1. mai 2008

Portishead - Third
 
Januar und Februar sind die beiden Monate im Jahr, die ich so gar nicht mag. Der Lichterglanz der Weihnachtszeit ist dahin, es ist grau und kalt, in einer Stadt wie Düsseldorf schneit es auch nach Weihnachten nie und wenn man bei seinem Lieblingsplattenladen oder den großen Technik Märkten Ausschau nach neuen Platten oder CDs hält, sieht man nichts im Fach "Neuerscheinungen", was nicht im November dort schon stand. Das einige Händler die Weihnachtsmusik wieder ins Lager gebracht haben, ist die einzige Veränderung, die einem auffällt.
Erst ab März/April weiß der Musik Fan dann nicht mehr, welche CDs er zuerst kaufen soll, weil wöchentlich etliche neue Alben auf den Markt kommen. Und wenn ich mir einmal ansehe, was in den nächsten Monaten noch so auf dem Programm steht, wäre ein Nebenjob zur Musikfinanzierung die wohl beste Möglichkeit.
Portishead's "Third" gehört zu den Überraschungsmomenten, des aktuellen Frühlingsangebots. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich "Dummy" im CD Player hatte und mich fragte, ob es je wieder eine Band geben wird, die emotionale Trauer in solche Musik verpacken kann.
Nun gibt es gleich elf neue Songs des Trios und was soll ich sagen ? Auch hier hat sich einmal mehr nicht viel verändert. Die Musik erinnert mich immer an einen britischen Kunstfilm in schwarz-weiß Optik, in dem es um Tod und Liebe geht. Die perfekte Untermalung für die Tage, an denen man sich einfach schlecht fühlt oder Lust hat, sich im Schmerz der Vergangenheit zu aalen. Musikalisch minimalistisch wie eh und je, wird die mal kraftvolle, mal eher zerbrechliche Stimme Beth Gibbsons jazzig oder mit Trip Hop untermalt. Auch das Schielen in Richtung Industrial ist nicht so wirklich neu. Dennoch klingt jedes Album anders, "Third" klingt anders als die beiden Vorgänger, besser, trauriger, neuer eben. 
Solange uns der Frühling nur Regen und Gewitter zu bieten hat, ist dies der perfekte Soundtrack, für die grauen Tage im Mai. Aber auch, wenn es in diesem Jahr einen Sommer geben sollte, der seinen Namen verdient, für Portishead ist immer Platz, irgendwo zwischen Sonne und guter Laune verbergen sich immer auch die Trauer und die Depression, die nur darauf warten, das man dieses Album in den Player legt oder auf dem iPod anwählt, um in voller Lautstärke jene Gefühle musikalisch zu untermalen, die einen Menschen so menschlich machen. link
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Musique
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Sonntag, 27. april 2008
Ameo - Micro Notebook
 
PDAs und Handheld PCs begleiten mich seit dem Ende der 90er durch meinen Alltag und sind aus diesem auch nicht mehr wegzudenken. Ich bin zwar so gar kein Manager, aber ein Freund und Liebhaber technischer Tools.
Noch immer trauere ich meinem "Sony Clie UX" und dem ebenfalls genialen "Psion Revo Plus" hinterher, zwei unschlagbare PDAs, deren Produktion leider eingestellt wurde. Während der "Revo" wegen mangelnder Multi Media Fähigkeiten mit seinem schwarz-weiß Display so gar nicht mehr zeitgemäß ist, fehlt es dem UX von "Sony" leider an Speicherplatz und UMTS (bzw. überhaupt an Telefonfunktionen).
Der "Ameo" schien mir nun der geeignetste Kandidat, meinen Anforderungen gerecht zu werden und die Messlatte seiner Vorgänger zu topen.
Zunächst einmal fällt es schwer, das Gerät als solches zu kategorisieren; ein Smartphone? PDA? Handheld PC? Mini Laptop?
T-Mobile nannten den Hybriden, der viele gute Eigenschaften verschiedener Geräteklassen in sich vereint "Micro Notebook", eine Definition, die von mir stammen könnte.
Als PDA ist er ein wenig (zu) groß und (viel zu) schwer geraten, als Smartphone geht er nicht so recht durch, weil man sich den klobigen Kasten (Gott sei Dank) nicht an das Ohr halten muss, sondern nur mit Headset oder mit Hilfe der Freisprechfunktion telefonieren kann. Eine 8GB Festplatte (in diesem Fall "Micro Drive") findet man zwar zunehmend auch in anderen Handys, aber wenn man sich mal überlegt, dass der integrierte Speicherplatz doppelt so hoch ist, wie der des EeePC, dann nimmt man "Größe" und Gewicht gerne in Kauf und freundet sich zügig mit der neuen Gerätebezeichnung an.
Die Verpackung enthält eine Menge Zubehör: Die CD Rom mit der notwendigen Software (für alle Windows PC Besitzer, wir Appler müssen für unser Synch.Programm mal wieder draufzahlen), ein Handbuch, einen Quickguide, eine Zubehörtasche mit div. Adaptern, Ladekabel, Mini DVI Kabel, einer edlen Lederschutzhülle,Multitouch Pen,... und natürlich der Ameo, ein edel aussehendes Gerät in schickem Apple White (zum Zeitpunkt des Erscheinens des "Ameo" war fast, aber noch nicht hundert Prozent klar, wer das "iPhone" in Deutschland vertreiben würde) auf der einen und edlem Silber auf der anderen Seite. Das Gerät misst 133 x 97 x 16 mm und ist 355 g schwer. Eine magnetisch andockbare Tastatur, die auch bei längeren Texten noch angenehm bedienbar ist, fungiert gleichzeitig als Deckel mit Sichtfeld auf die wichtigsten Handy- und Netzdetails.
Auf der hinteren Seite befindet sich eine 3,2 MP starke Kamera mit Blitzlicht und Videoleuchte, deren Bildqualität allemal überzeugt und im Urlaub oder für den Otto-Normalverbraucher eine Kamera durchaus ersetzt.
Auf der Frontseite gibt es neben dem 5 Zoll Display (480 x 640, 65.536 Farben, TFT, hoch oder quer nutzbar) noch eine VGA Kamera, die man für die Videotelefonie oder auch bizarre Experimente jeder Art benutzen kann.   Und eine Menge Anschlüsse (Mini USB, VGA, Kopfhörer oder Headset,...), sowie diverse Tasten, zum Teil nach Wunsch belegbar, zum Teil auch vorkonfiguriert).
Wenn man das Gerät dann zum ersten Mal einschaltet fährt das Betriebssystem hoch.
Windows Mobile, damals noch in der Fünfer Version, dank eines Links auf der T-Mobile Seite problemlos updatebar auf die sechser Version. Die Unterstützung zum Mac läuft leider nur über teure Zusatzprogramme wie Missing Sync, und hier gibt es leider viel zu häufig Probleme mit dem Übertragen neuer PDA Programme, was wirklich ärgerlich  ist. Zumal die Hauptschuld anscheinend bei "Apple" liegt, die irgendwie nicht einsehen, wieso sie derartige Geräte supporten sollen; Solange "Apple" allerdings nicht in der Lage ist oder sein will, selber ein solches Gerät (zu einem akzeptablen Preis !!!) zu produzieren, werden die "Appelianer" jedoch nicht umher kommen, zu akzeptieren, dass solche Geräte nun mal mit Programmen auf Windows Basis funktionieren.
Nach dem Hochfahren, gibt es erst einmal vieles zu entdecken, wenn man möchte zu konfigurieren und einzustellen und wenn man kann (als Mac User ist es eher empfehlenswert sich auch eine Windowsversion auf den Rechner zu aufzuspielen, um  zumindest einige Zusatzprogramme sicher auf den Ameo zu bringen) und man kann anfangen sich an dem Gerät auszulassen:
Die ganze Office Palette von der Adressverwaltung bis "Word" "Excel" Dokumenten und selbst Präsentationen lassen sich in beide Richtungen synchronisieren. Jedes Dokument kann auf dem Ameo angesehen und bearbeitet oder eben erstellt werden. Präsentationen können den Anschluss an Beamer großflächig an die Wand projiziert werden oder ausgedruckt.
Die Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte sind bombastisch: ob an den Fernseher oder Monitor, Drucker oder die Stereoanlage, alles ist möglich. Bluetooth, WIFI, UMTS, GPS, alles an Bord, was den Ameo mit dem Rest der PC oder HIFI Anlage verbindet, oder Internet oder, oder, oder.
Das integrierte GPS Modul läuft selbst mit "Google Maps" ausgezeichnet, die Multimedia Funktionen lassen für mich zwar das iTunes Portal vermissen, aber auch der MediaPlayer leistet hervorragende Dienste. 
Ich könnte mich hier stundenlang über die Vielzahl von Möglichkeiten auslassen, aber am Ende wird jeder seine eigenen Erfahrungen machen, zumal jeder User andere Ansprüche hat.
Ich kann nur jedem PDA oder Smartphone Interessierten den Ameo wärmstens empfehlen.
Jeder, der dieses Gerät nun schon sein Eigen nennt, und meint er hätte einen oder auch mehrere Tricks auf Lager, sollte  sich nicht zurückhalten, damit rauszurücken; in naher Zukunft werde ich dann eine Sammlung von Tipps und Tricks, sowie Links mit wichtigen Programmen für den Ameo auf dieser Seite unterbringen.  
Das der Ameo so groß und schwer ist, stört mich schon deshalb nicht, weil ich mit ihm so ziemlich alles mit dabei habe, was es an wichtigem und manchmal auch weniger wichtigem MultiMedia, Computer, Web 2.0 oder sonstigen Dingen so gibt und mitzunehmen ist. Der Ameo ist zweifellos der bisher beste Ersatz des Sony PDAs von einst, wenn auch nicht ganz so klein und handlich - dafür mit umso mehr Möglichkeiten. 
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Technique
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Sonntag, 27. april 2008
The Raconteurs - Consolers of the Lonley

Die meisten Musiker auf diesem Planeten nutzen ein Sideprojekt in der Regel, um den Teil ihres musikalischen Schaffens zu präsentieren, der irgendwie nicht so recht in das Konzept dessen passen will, was wir als deren Hauptidentität wahrnehmen, ob in Band-, Duo- oder Soloform. Bei Jack White ist das so überhaupt nicht der Fall, aber wer die "White Stripes" kennt, der wird wenig überrascht sein, von der Tatsache, dass Jack White Mitglied und Quasi-Frontmann einer Formation ist, für die er Songs komponiert, die  so eindeutig von ihm sind, dass man sich fragt, wieso Herr White in einer zweiten Band mitmischt. Auch wenn alle "White Stripes" Die-Hard Fans mich jetzt aus ihrer Mitte verbannen möchten, ein großer Teil der Songs des neuen "Raconteurs" Albums hätte ohne Weiteres Platz auf einem weiteren Stripes Album gehabt. 
Der bluerockige Opener und Titelsong, "Salute your salution", "The Switch and the Spur", "Top Yourself" (unbedingt, mehr Stripes geht kaum noch) klingen ohne jeden Zweifel nach Mr. und Mrs. White, auch wenn Letztere hier gar nicht anwesend ist. Vielleicht, um die Ähnlichkeit ein wenig abzuschwächen, sind die Raconteurs Songs mitunter etwas straighter, gradliniger oder zugänglicher.  Das macht die Songs natürlich nicht schlecht - ganz im Gegenteil. Sie klingen frisch, nicht so experimentell. Angesiedelt in der Nähe der bluesigen "White Blood Cells" Momente und der rockigsten "Get behind me" Sachen. Näher an "Icky Thumb" als an "Elephant". Eon "Seven Nation Army sucht man einmal mehr vergebens, in diesem Fall ist es allerdings auch ausgeschlossen, weil man mehr Blues und Country mit einfliessen lässt. Ausserdem gibt es natürlich auch Stücke ("Old enough"  z.B.) die weniger nach den "White Stripes" klingen. Absoluter Favorit ist "Many Shades of Black", ein typisch untypisches Jack White Werk mit einem hohen Wiedererkennungswert. 

"Consolers of the Lonley" ist ein geniales Blues (Hard) Rock Album geworden, eingängig, rockig, bluesig mit einer kleinen, verträglichen Prise Country. Garagen Rock, der so gar nicht nach Garage klingt, Indie für Leute, denen Indie zu gewöhnlich geworden ist und die jetzt erwachsen sind oder jung und cool genug für Musik ausserhalb der HipHop/Emo/Club/NewMetal Müllkippe.

Der perfekte Soundtrack für den, vor uns liegenden (hoffentlich heißen) Sommer. Besser haben es in diesen Monaten eigentlich nur noch die "Black Crowes" gemacht (obwohl die eher den Soundtrack des danach folgenden Herbstes produzierten).link

 
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Musique
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Samstag, 26. april 2008
Whitesnake - Good to be bad
 
Das absolute Gegenstück zu "Masse Mensch Material" wird auf meinem iPod zur Zeit genauso oft rauf und runter gespielt.
Dabei war ich zunächst einmal überrascht, dass es "Whitesnake" überhaupt noch gibt. Das David Coverdale darüber hinaus noch in der Lage ist, ein Album heraus zu bringen, das mich ohne Weiteres überzeugt, grenzt fast schon an einem ähnlichen Wunder, wie jenes, das 1987 dazu führte, mir das damalige "Whitesnake" Album zuzulegen und für gut zubefinden; schließlich reden wir hier über absoluten Mainstream (Hard-)Rock, der zumindest in den Achtzigern perfekt auf die US Charts zugeschnitten und aalglatt, mit Blick auf die Top Ten produziert wurde.
Chartplatzierungen dürften Herrn Coverdale aber heute so gar nicht mehr interessieren. 
Das Album ist soundtechnisch recht zeitgemäß, klingt aber dennoch wie "1987", die zweite - was jedoch nicht schlecht sein muss.
Songtitel wie "All I want all I need" oder "All for Love", "A fool for Love" klingen einfach irgendwie bekannt. Auch das Album Schema:  Uptempo Opener, upper Tempo , downer Tempo, Ballade, ... ist keinesfalls aussergewöhnlich. Der Sound klingt "Whitesnake" typisch (zumindest in deren Hardrockphase), die Songs sind (zu) perfekt produziert und dennoch macht das Teil süchtig.
"Good to be bad" ist perfekt beim Auto fahren, Wohnung putzen, Kaffee trinken, Joggen,... Die perfekte Soundcollage beim Arbeiten, die Balladen (drei an der Zahl - auch keine große Überraschung) sind genial zum kuscheln, die rockigen Nummern perfekt für alles Weitere.
"Whitesnake" 2008 haben mich mit einem Album beeindruckt, von dem ich nie gedacht hätte, es würde mir auch nur ein wenig gefallen. Wenn ich vor einundzwanzig Jahren nicht schon "1987" gut gefunden hätte, würde ich mir eingestehen müssen, dass ich älter werde... link
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Musique
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Samstag, 26. april 2008
Rome - Masse Mensch Material
 
Fernab von musikalischen Trends und jenseits der üblichen Gothic Klischees, präsentieren Rome, die nun zu zweit musizieren ihr nunmehr drittes akustisches Werk "Mensch Masse Material". Obwohl es erst einmal logisch zu sein scheint, dass Neofolk und Industrial nahezu gegensätzliche Musikrichtungen sind, wenn auch beide im Gothic Genre beheimatet, und deshalb so gar nicht zusammenpassen, beweisen uns Rome, wie nah Neofolk, bzw. Apocalyptic Folk und Industrial  doch beieinander liegen.
Clubhits und Dancefloor Filler findet man auf diesem kopflastigen Album eher nicht. Düster bedrohliche Intros und apokalyptische Neofolk Perlen, sowie schleppende Industrial Stücke, die meilenweit vom 130 BPM Elektrogeschrammel der üblichen Verdächtigen entfernt sind, machen "Masse Mensch Material" zu einem Hörgenuss für Kopf und Seele. 
Rome klingen weder morbid, noch krankhaft depressiv. Sie bieten keine musikalischen Elektrobretter und keine technolastigen Tanzbeats. Rome musizieren erstaunlich zugänglich und bestücken ihr Album lieber mit hymnenhaften Songs und Sounds, die Musik aus dem Goth Bereich wieder einen künstlerischen Anspruch verleihen, den viele aktuelle Produktionen aus diesem Genre leider vermissen lassen.
      link
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Musique
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Freitag, 25. april 2008
Die Ära des iPhone hat gerade erst begonnen
 
Behauptet zumindest jener schwerreiche Webunternehmer, der gerade einen Teil seines Vermögens in die Jungunternehmer investierte, die demnächst mit ihrer Software dafür sorgen sollen, dass das iPhone zum unentbehrlichen Begleiter einer ganzen Generation wird.

Zweifellos gab es bisher in der Geschichte des Mobilfunks noch kein Gerät, das bereits im Vorfeld für soviel Aufsehen sorgte, wie das "iPhone". Seit der Erfindung des "iPods" wurde aus dem kultigen Windowsgegner von einst, ein Unternehmen, das zweifellos qualitativ hochwertige, schick designte Computer, Notebooks und MP3 Player unters Volk bringt. Allerdings ist "Apple" auch ein wirtschaftliches Unternehmen, dessen wachsendes  Portfolio einige zweifelhafte Produkte zu zweifelhaften Preisen zu Tage fördert.
In der Zeit vor der Präsentation eines neuen, schicken Apple-Gerätes, nährt das Apfelunternehmen sich vor allem von Spekulationen, Gerüchten und Wunschgedanken. Das iPhone sollte endlich der zeitgemäße Nachfolger des "Newton", einer der ersten und bis heute besten PDAs aller Zeiten, werden.
Wo "Appel" bisher Geräte kreierte, die qualitativ so hochwertig waren und sind, dass man einen PDA aus den Endneunzigern selbst heute noch ohne weiteres nutzen kann (abgesehen davon, dass nach wie vor immer noch etliche Programme für das Teil veröffentlicht werden) und die Preise für die Mac Books, i Books und Macs bei Ebay derart stabil sind und von Windows artigen Verlusten verschont blieben, ist bereits heute klar, das die erste iPhone Version kein Gerät für die Ewigkeit sein wird.
Ich selber habe mein iPhone richtig lieb, es ist mein ständiger Begleiter. Allerdings ist es, trotz des bisher noch nicht ausgeschöpften Potentials im Inneren des Gerätes, nicht so gut, dass ich mich von meinem "Ameo" hätte trennen können. 
Doch Steve Jobs ist zuversichtlich, dass die Software "iPhone 2.0" das Gerät zum absoluten Toptool unserer Zeit mutieren lässt.
Bis dahin besitze ich ein stylisches Multifunktionstool, das viele Funktionen besitzt, jedoch kaum eine perfekt beherrscht.


 
Das Gerät passt sich äußerlich nicht nur dem aktuellen Mac Style an, sondern kreierte den momentan aktuellen Style.
Es ist absolut flach, aber nicht zu klein. Das Gewicht ist mehr als akzeptabel. Die Touchscreenoberfläche ist genial, das Display besteht aus einem "unzerkratzbaren" Material. Leider ist das Material nicht so gut, dass man die Spuren der natürlichen Oberhautfettschicht nicht sehen würde. Das mitgelieferte Tuch benutzt man zwangsläufig mehrmals täglich. 
Das Display offenbart auch eine unglaublich gute Grafik, selbst das ansehen von Filmen (oder mittlerweile auch Fernsehsendungen) mach tatsächlich Spaß. Das iPhone besitzt äusserlich neben einer gut angebrachten "Home"Taste (die einen entweder zurück zum Startbildschirm oder raus aus dem Menü bringt oder als Eingabetaste fungiert), einen Stummschalter, die "Ein-/Austaste", sowie die Kopfhörer Buchse und die Dockbuchse.  
In erster Linie ist das kleine Gerät ein Mobiltelefon. Und das (zumindest) mit Leib und Seele; man hat bei der Konstruktion des iPhones tatsächlich bedacht, dass man mit einem mobilen Telefon vor allem auch telefonieren möchte. Und das telefonieren mit dem iPhone macht wirklich Spaß: mit dem, gut in der Hand liegenden Gerät an sich (sehr gute Sprachqualität), dem (oder einem anderen) Headset, welches gleichzeitig als Hörer für den integrierten iPod fungiert oder einem Bluetooth Headset. 
Alle Funktionen, die während eines Gespräches zur Verfügung stehen, sind über das Display einfach zu erreichen. Das iPhone bietet nicht nur eine schlichte Mailboxfunktion, sondern arbeitet mit "Voicedialing"; Sprachachrichten können so einzeln und in beliebiger Reihenfolge abgehört werden.
Ebenfalls integriert ist ein E Mail Client, der einfach zu konfigurieren ist. Die fehlende Push Mail Funktion, die mit dem Update 2.0 zur Verfügung gestellt wird, ist für den privaten Anwender eher überflüssig, da die E Mails auch ohne solche Spielereien zeitnah auf dem iPhone ankommen, zumal das Gerät ständig online ist.
Der erste Schwachpunkt am Gerät: das iPhone ist nur in der Nähe von Wireless LAN Zugangspunkten oder über das EDGE Netz online. Letzteres ist derart langsam, dass selbst der Aufbau iPhone konfigurierter Websites derart viel Zeit benötigt, dass das Gerät oftmals den Download abbricht. 
 
Über WLAN hingegen, bekommt der Safari Browser eine völlig andere Wichtigkeit. Nahezu jeder Internetinhalt kann abgerufen werden. Die einzelnen Abschnitte einer Seite lassen sich durch einen Fingertip komfortabel und gut lesbar vergrößern, das Display springt automatisch in einen "Widescreen Modus", sobald man das Gerät um 90 Grad dreht.
Was leider fehlt, ist das Plugin für Flash Inhalte. Nett wäre, bei der vorhandenen Speicherkapazität von 8 GB, ein Downloadmanager gewesen. 
Ein weiterer Schwachpunkt, oft kritisiert und bald behoben, die fehlende Möglichkeit Programme auf das iPhone zu laden. Zur Zeit werden die externen Programme in Form so genannter Webapps zur Verfügung gestellt. Doch auch die funktionieren nur eingeschränkt, langsam oder gar nicht, wenn man nur über das EDGE Netz mit dem Internet verbunden ist. Selbst die bereits aufgespielten Applikationen wie Google Maps machen nur über einen schnellen Zugang wirklich Spaß.
Ob ein iPhone (oder ein anderes Handy) nun unbedingt GPS mit an Bord haben sollte, darüber lässt sich streiten. Dass ein Handy aus dem Hause "Apple" jedoch nur eine 2 Megapixel starke Kamera besitzt, damit keine Filmsequenzen aufgenommen werden können und einem beim Fotografieren erst einmal schwindlig wird, weil das sichtbare Motiv auf dem Display sich zu bewegen scheint, das ist wohl eine herbe Endtäuschung. Ebenfalls lächerlich für ein Multimediatool, besonders in diesem Preissegment, ist die Tatsache, dass der Bluetooth Zugang nur zum Anschluss eines Headsets dienlich ist und weder mit einem Rechner, noch mit einer HIFI Anlage Kontakt aufnehmen kann.
Zumal das iPhone ja auch bekanntlich ein 8GB iPod ist, der für den "iPod Touch" Pate stand. Zur "iPod" Funktion muss ich, glaube ich auch gar nicht soviel sagen. Im Grunde, ist diese Funktion, neben der Telefonfunktion, die einzig perfekte. Und ähnlich wie das Voicedialing werden auch hier neue Geräteeigenschaften vorgestellt, die in Kürze sicher auch in vielen anderen Geräten zu finden sein werden.
Das im iPhone noch etliche Kapazitäten stecken, die bisher nicht ausgereizt wurden, macht das Gerät sicher spannend, dennoch kann ich den Groll, den so viele zu Zeit empfinden, wenn es um Apple allgemein oder das iPhone im Besonderen geht, durchaus nachempfinden.
Der stolze Preis, den das iPhone kostet, würde einen UMTS Chip und die Freiheit, sich Applikationen aufzuspielen in jedem Falle rechtfertigen.
Das iPhone ist zwar mein ständiger Begleiter geworden, aber es ist auch ein Stück Luxus, das man nicht unbedingt braucht - selbst dann nicht, wenn man sich den Luxus eines Multifunktionshandys gönnen möchte.
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Äpfel
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Freitag, 25. april 2008
Nine Inch Nails - Ghosts I-IV


Überaschung ! 
Es ist noch gar nicht so lange her, da bekamen wir mit "Year Zero" ein Nine Inch Nails Album, das vergleichsweise zum (im Grunde sehr guten, aber von "Fragile" weit entfernten)  Vorgänger wieder richtig "knallte". Gerade einmal ein Jahr später, wird nun mit "Ghosts I - IV" gleich ein weiteres, geniales Stück Musik veröffentlicht, wobei die Bezeichnung "Stück", den Nagel auf den Kopf trifft.
"Ghosts" ist nicht nur der aktuelle Soundtrack für diesen Blog, das Album ist auch das Ergebnis einer zweiwöchigen Jam Session der aktuellen "Nine Inch Nails" Besetzung. Es gab keine Noten, keine Regeln und keine vorgefertigten Schemata, es gab nur die Instrumente und die Intuition, dieses Projekt zu starten, das am Ende wieder ein mal beweist, das "Nine Inch Nails" Initiator Trent Reznor ein musikalischer Gott ist.
Anstelle der üblichen Songtitel wurden die Stücke schlicht durchnummeriert. Das komplette Werk ist eine Symbiose aus ruhigen Momenten, Industrialrock wie wir ihn von "NIN" kennen und lieben, sowie ein wenig (aber deutlich weniger als befürchtet) experimenteller Lärm, an der Grenze zur akustischen Kunst. Das ganze als reines Instrumentalwerk, das man bestenfalls komplett genießt.
Einige der Stücke besitzen sicher auch als Einzelwerke so etwas wie "Hitpotential", der größte Teil der "Ghosts" entfaltet seine Wirkung jedoch im Ganzen. Zwar ist "Ghosts"  kein "richtiges" "NIN" Album geworden , das Werk jedoch als Filler zu bezeichnen, wäre eine echte Beleidigung, denn es ist zu gut geworden, um nur als Wartezeitverkürzer auf das nächste "richtige" "Nine Inch Nails" Album bezeichnet oder angesehen/angehört zu werden. Zumal aus Mr. Renznor ja anscheinend ein echtes Arbeitstier wurde und die durchschnittliche Wartezeit zwischen zwei "NIN" Werken von ehemals sechs Jahren auf überschaubare zwölf Monate gesunken ist. 
"Ghosts I-IV" ist Industrialrock in künstlerisch anspruchsvoller Form und musikalisch bester  Inch Tradition. Kein neues "Downward Spiral", kein neues "Fragile", aber das hat bei diesem Album ja auch keiner erwartet, sowie das Album als solches von niemandem erwartet wurde.
 
Ein Wort noch zum Thema "neue Vertriebswege": auf der "Nine Inch Nails" Homepage kann man, für nix, die Stücke " I Ghost 1-9" herunterladen, für 5 US Dollar das komplette Werk, sowie verschiedene physische Tonträger von "Ghosts"  erstehen (die jeweils einen kompletten Download beinhalten). Leider sind die Portokosten sehr hoch. Die DoppelCD und die Vinylversion stehen seit letzter Woche in den Läden, bei iTunes gibt es  das  Album übrigens nicht.
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Musique
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  • : Musik und Technik, sind zwei der Themen, die diesen Blog ausmachen. Düsterrock, Metal oder harte Electronik, irgendwo zwischen Darkwave, Alternative und uralten Hardrockklassikern, ganz viel Apple Eletronik und Spielzeug für Computerfreaks, aber eben auch mal ein gutes Buch oder einfach nur Dinge, die mich bewegen, das alles und (vielleicht) noch viel mehr, gibt es hier im "Ghost" Blog
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Die zehn meist gespielten Alben 
  1. Nine Inch Nails - Ghosts I - IV
  2. Wumpscut - Schädling
  3. Portishead - Third
  4. Leather Strip - Civil Disobedience
  5. Amy Winehouse - Back to black
  6. Uninvited Guest - Malice in Wonderland
  7. The Ranconteurs - Considers of the lonley
  8. Nine Inch Nails - Year Zero
  9. Black Crowes - Warpaint
  10. Mike Oldfield - Music of the Spheres

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