What's on my iPod

Die zehn meist gespielten Alben 
  1. Nine Inch Nails - The Slip
  2. Iron Maiden - Somewhere back in time
  3. The Black Angels . Directions to see a Ghost
  4. Fear my thoughts - Isolation
  5. Pedulum - In Silco
  6. Iron Maiden - Live after Death
  7. Die Apokalyptischen Reiter - Der Weg
  8. Presets - Apokalyptico
  9. Neil Diamond - Home before Dark
  10. Opeth - Watershed

Kategorien

80's Metal Charts

1. Seventh Son of a seventh Son - Iron Maiden
2. Reign in Blood - Slayer
3. Ride the Lightning - Metallica
4. Into the Pandemonium - Celtic Frost
5. Abigail - King Diamond
6. Scream bloody Gore - Death
7. Terrible Certainty - Kreator
8. Keeper of the 7 keys - Helloween
9. The Legacy - Testament
10. Among the Living - Anthrax 

iPhone Apps

1. Brain Chalenge
2. Tuner
3. You Note
4. Sodoku
5. Waterloo
6. Voice Notes
7. iScopes
8. Locly
9. Last FM
10. Facebook 
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Monday, 12. may 2008 1 12 /05 /Mai /2008 19:28
Zunächst einmal: ich hasse Nachtdienste. 
Ich hasse sie nicht wirklich, im Grunde sind sie zur Zeit das Einzige, was mir an meinem Job überhaupt noch Spaß macht, aber es ist einfach Scheiße (Entschuldigung) an einem Pfingstmontag Morgen nach Hause zu kommen, auf dem Balkon die Kühle und Stille zu geniessen, ins Bett zu gehen um vor zunehmender Hitze und Kinder- und Erwachsenen Geschrei nicht schlafen zu können.
Feiertag, die Stadt ist irgendwie tot. Ich liege den ganzen Tag auf dem Bett. Nachdem irgendein Nachbar seine Anlage so lautstark aufdrehte, dass ich die Bässe der Dancemusik im Bauch spürte, mache ich mir einen Kaffee, lege mich wieder aufs Bett. Die Vorhänge zu, damit Hitze und Tageslicht draussen bleiben, die Tür zum Balkon offen, damit sich die Hitze, die trotz Vorhang hineinkommt, nicht staut und mir das Gefühl einer Sauna vermittelt.
Ich kann immer noch nicht schlafen, verflucht. Ich habe nur zwei Tage frei und keine Lust, diese vor Müdigkeit auf dem Sofa oder dem Bett zu verbringen.
Fernseher an: Erdbeben in China, 7000 Tote Menschen und irgendwo hört jemand "Love is in the air", na toll.
Ich gehe mich rasieren, ziehe mir was an und gehe raus, um eine neue Packung Zigaretten zu holen. Die Stadt ist echt tot.

Wie genial. Ich wohne in einer Großstadt, mitten in der Mitte und an jedem Sonn- und Feiertag ist hier alles toter als zu Hause, auf dem Land. Ich sehe eine Asiatin mit iPod (oder zumindest typisch weissen Ohrhörern) und denke an "Love is in the air".

Wieder zu Hause fallen mir fast die Augen zu. Es ist immer noch heiß und noch lauter. Drei verschiedene Anlagen in Konkurrenz mit einem Rudel Fünfjähriger, die mitten in der Stadt aufwachsen. Weit und breit kein Spielplatz, aber ein Alkoholiker, der die Kinder regelmäßig anschreit und ihnen droht: "Love is in the air".

Wie gut, dass ich heute nicht arbeiten muss, um neunzehn Uhr gebe ich auf, schalte mein Laptop ein und überlege, was ich am Abend mache - wenn mir nicht die Augen zufallen. Berichte über das chinesische Erdbeben füllen die Nachriten Seiten. 
In meinen Emails wird mir tonnenweise Viagra angeboten, Kredite und Handys, alles schufafrei und wenn ich meine Kreditkartennummer in einen Link eintippe, bekomme ich eine Lieferung des in Deutschland verbotenen "Vicodin": "Love is in the air".

Ich lösche den Mist, übrig bleibt ein Gruß einer Bekannten aus England, es wird Zeit etwas zu tun, um wenigstens die letzten Stunden des Tages zu nutzen - hätte ich heute Morgen auf dem Balkon schon gewusst, wieviel Love heute in the air sein würde, ich hätte mich in den Hofgarten gelegt oder wäre mit Freunden an den Rhein gegangen, doch hinterher ist man immer schlauer.

Übrigens, noch mehr als Nachtdienste am Wochenende hasse ich diesen schrecklichen Song "Love is in the air" - furchtbar. 
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Allgemeines - Community: Sprechen durch Schreiben
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Friday, 9. may 2008 5 09 /05 /Mai /2008 00:36
Frühling ? 
Nicht wirklich. Ebenso wenig wirklich, wie der Winter, der eher ein verschärfter Herbst war, einer der - so schien es - nie enden wollte.
Noch vor einer Woche mussten wir im Regen frieren, weil 8 bis 13 Grad bei Dauerregen und Sturm nicht so warm wirkt, heute schon saß ich in Shorts und Muskelshirt bis 0.00 Uhr auf dem Balkon und genoss die warme Sommerluft.
Die Sonne selber besitzt fast tödliche Kräfte, so scheint es (natürlich besitzt sie die, aber ich rede ja vom Sonnenschein am Tag).
Ein weiterer Supersommer wäre geil, nicht so 'ne Niete wie im Vorjahr, wo ja keine Jahreszeit so richtig wirklich war; immer von allem ein wenig, aber zu wenig um die Bedingung der Definition zu erfüllen. 

Das Wetter, das Klima hat sich sehr verändert. Ich erinnere mich noch, an die Zeit, als es im Dezember immer schneite. Jedes Jahr, sechzehn Jahre am Stück. Und dann, von einem Jahr zum Nächsten, hat Schnee einen echten Raritätenwert und lässt die weiße Weihnachtszeit eher blass oder besser: düster und grau aussehen. Die Sommer werden immer heisser oder sind halt gar nicht erst vorhanden (sowie 2007) und Frühling als Jahreszeit existiert gar nicht mehr.
Angst macht mir das (noch) keine, ich glaube (zur Zeit) nicht, dass wir verglühen oder verbrennen oder im Hochwasser der geschmolzenen Eismassen ertrinken.

Angst macht mir viel mehr die Menschheit als solche. Kinderschänder haben gerade wieder Hochkonjunktur. Um dem perversen Spiel die Krone aufzusetzen, missbraucht ein Vater seine Tochter, zeugt ihr ein Kind nach dem Anderen und wird jahrelang in den Keller gesperrt. Und keiner hat etwas gesehen oder gemerkt.

Eine Mutter von drei Kindern, biedere Hausfrau in einem konservativen Dorf, ist völlig überfordert, dreht psychisch ab und steckt nacheinander drei Neugeborene in die Tiefkühltruhe - und keiner hat etwas bemerkt oder gesehen. Die Schwangerschaften waren wohl für die Umwelt nicht sichtbar, jahrelang sieht keiner in die Kühltruhe und Niemand im 1600 Seelen Ort bemerkt eine psychische Auffälligkeit. Äh ???

Wegsehen ist wieder in.

Um von den vielen schlimmen Nachrichten über missbrauchte oder getötete Kinder abzulenken, beschließt die Rot-Schwarze
Koalition mal eben eine Diätenerhöhung von 6 %.
Hallo ?  Unsereins streikte vor zwei Jahren für 2 % nachdem die Krankenpflege Gehälter vorher zehn Jahre lang nicht erhöht wurden, wir wissen kaum noch, wie wir die täglichen Lebensmittel finanzieren sollen, Rentner - jene Menschen, die jahrzehnte lang schwer schuften mussten und Deutschland aufbauten, um es zu dem zu machen, was es heute ist - verarmen. Die Mittelschicht von einst wird ebenso wegrationalisiert wie der Frühling und unsere Politiker gönnen sich mal eben 6 %.
Haben sie sicher verdient. Alle. Und nötig sowieso, nicht dass die am Ende noch ihre Anzüge bei C&A kaufen müssen oder beim Empfang den guten Champagner gegen billigen Fusel austauschen müssen.
Wenn es nicht so traurig und schreiend ungerecht wäre, dann würde ich es als lächerlich bezeichnen.
Doch das Lachen ist mir längst vergangen.

Der heisse Sommertag neigt sich dem Ende zu und wir warten auf die neuesten schlimmen Nachrichten, die die von heute und gestern übertreffen müssen. Wie wäre es denn, mit einer Familie, die ihre Nachbarn nach und nach verspeist. Ob das auch keiner merkt ?  
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Nachtgedanken
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Thursday, 1. may 2008 4 01 /05 /Mai /2008 18:22
Der Regen kam gar nicht so überraschend. Zumindest in Düsseldorf musste die Sonne immer wieder versuchen, sich gegen große, schwarze Wolken durch zu setzen. Das Gewitter hingegen kam schon überraschender. 
Und ich sitze hier auf dem Sofa, spüre jeden einzelnen meiner Knochen und genieße Musik aus allen Genres, höre mich durch alle Neuigkeiten des letzten Monats, denn mein plötzlicher Sport- und Lernfimmel nimmt mittlerweile einen solchen Teil meiner Freizeit für sich in Anspruch, dass ich mir vor einigen Tagen erst einmal einen neuen "iPod Classic" zulegte; der Alte war schon seit Wochen defekt und die 8GB meines iPhones reichen gerade einmal für einen kleinen Teil, der neuen CDs des letzten Monats.
So genieße ich nun, diesen nicht sehr frühlingshaften ersten Mai also (endlich) einmal mit "Nichtstun" oder dem Ordnen meiner Festplatte und allen CDs.
Im Artikel über "Portishead" habe ich es schon angedeutet: Der Anfang eines neuen Jahres bedeutet mittlerweile erst einmal musikalisches Ödland. Bis Ende Februar standen "Tarja's" Winterstorm und "Cave's" Dig, Lazarus Dig  in den Regalen, "Joy Division" Best of CDs und Wiederveröffentlichungen wohin man sah - ach ja und "Amy" in Deluxe- oder sonstigen Versionen, selbst der Japan Import von "Back to Black" zierte das "Neuheiten" Regal eines großen Technik Marktes.
Und dann, im März: eine Reihe von mehr oder weniger hörenswerten Pop Produktionen, noch mehr "Joy Division", noch mal "Back to Black" und im April, einen Monat vor dem Startschuss der Festival Saison wissen die Geschäftsinhaber plötzlich nicht mehr, wohin mit den ganzen neuen CDs. Selbst im, auf Alternative und Gothic spezialisierten Laden gibt es für einige gute Neuveröffentlichungen nicht genügend Platz, sie verschwinden in der Masse der alphabetisch geordneten CDs oder Vinyls, "Saturn" braucht mindestens drei Reihen allein für "Madonna", wer hier nach exotischerem Sucht als allenfalls "Whitesnake" kann direkt einen Bogen um die Neuheiten machen (und jetzt haben auch "Joy Division" keinen Platz mehr hier).
Schnell ist der weithörige Musikfan eine Menge Geld los, rechnet an der Kasse schweißgebadet, ob die Kohle denn nächsten Monat noch für die neue "Metallica" reichen wird (keine Angst Leute, die wird sicher eh erst mal um ein paar Wochen verschoben werden - und wenn die genauso klingt wie die letzten Metallica Outputs, sollte man sich das Geld besser sparen).
Wirklich neu ist diese Szenerie nicht, denn sie wiederholt sich Jahr für Jahr. Und ärgert einen Jahr für Jahr. Schon jetzt wissen wir, dass in der Zeit von Mai bis Juni noch etliche neue, großartige Alben und fragwürdige "Sommerhits" mit großem Klingelton Potential veröffentlicht werden, ehe das große Juli/August Sommerloch dann wieder einmal Flaute herrscht. Im September geht es dann weiter, bis im November wieder etliche Best of Produktionen den Vorweihnachtsmarkt bestimmen. In diesem Jahr gibt es sicher eine Best of CD von "Whitesnake", eine Winteredition von "Amy Winehouse", eine Live CD von "Metallica", singende "Weihnachtsmänner" aus der Jamba Werbung und dann ist das Jahr vorüber und im nächsten Jahr beginnt dann alles von vorne. So neu ist also zumindest die Art nicht, mit der jährlich Tonträger veröffentlicht werden. 
Und alles scheint so vorhersehbar. Nach "Portishead" in diesem Jahr dürfen wir sicher mit einem Riesen Comeback von "Massive Attack" im nächsten Jahr rechnen. 
Die einzige Überraschung wird sicherlich das seit Jahren verschobene "Guns n'Roses" Output werden, zumindest lässt sich aber vorhersagen, dass wenn nicht in diesem Mai, es frühestens im nächsten April soweit sein wird, und das auch nur, wenn GNR auf allen Festivals der Welt angekündigt sein werden.
Ich indes, höre noch ein wenig "Adam Green" (Überbleibsel des April) und lege meine schmerzenden Beine hoch, höre auf mich über die Musikindustrie zu ärgern, solange zumindest die Qualität der Produktionen noch gut ist - und was das anbelangt, gibt es ja nicht sooooo viel zu meckern - oder ? 
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Allgemeines
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Thursday, 1. may 2008 4 01 /05 /Mai /2008 17:11

Portishead - Third
 
Januar und Februar sind die beiden Monate im Jahr, die ich so gar nicht mag. Der Lichterglanz der Weihnachtszeit ist dahin, es ist grau und kalt, in einer Stadt wie Düsseldorf schneit es auch nach Weihnachten nie und wenn man bei seinem Lieblingsplattenladen oder den großen Technik Märkten Ausschau nach neuen Platten oder CDs hält, sieht man nichts im Fach "Neuerscheinungen", was nicht im November dort schon stand. Das einige Händler die Weihnachtsmusik wieder ins Lager gebracht haben, ist die einzige Veränderung, die einem auffällt.
Erst ab März/April weiß der Musik Fan dann nicht mehr, welche CDs er zuerst kaufen soll, weil wöchentlich etliche neue Alben auf den Markt kommen. Und wenn ich mir einmal ansehe, was in den nächsten Monaten noch so auf dem Programm steht, wäre ein Nebenjob zur Musikfinanzierung die wohl beste Möglichkeit.
Portishead's "Third" gehört zu den Überraschungsmomenten, des aktuellen Frühlingsangebots. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich "Dummy" im CD Player hatte und mich fragte, ob es je wieder eine Band geben wird, die emotionale Trauer in solche Musik verpacken kann.
Nun gibt es gleich elf neue Songs des Trios und was soll ich sagen ? Auch hier hat sich einmal mehr nicht viel verändert. Die Musik erinnert mich immer an einen britischen Kunstfilm in schwarz-weiß Optik, in dem es um Tod und Liebe geht. Die perfekte Untermalung für die Tage, an denen man sich einfach schlecht fühlt oder Lust hat, sich im Schmerz der Vergangenheit zu aalen. Musikalisch minimalistisch wie eh und je, wird die mal kraftvolle, mal eher zerbrechliche Stimme Beth Gibbsons jazzig oder mit Trip Hop untermalt. Auch das Schielen in Richtung Industrial ist nicht so wirklich neu. Dennoch klingt jedes Album anders, "Third" klingt anders als die beiden Vorgänger, besser, trauriger, neuer eben. 
Solange uns der Frühling nur Regen und Gewitter zu bieten hat, ist dies der perfekte Soundtrack, für die grauen Tage im Mai. Aber auch, wenn es in diesem Jahr einen Sommer geben sollte, der seinen Namen verdient, für Portishead ist immer Platz, irgendwo zwischen Sonne und guter Laune verbergen sich immer auch die Trauer und die Depression, die nur darauf warten, das man dieses Album in den Player legt oder auf dem iPod anwählt, um in voller Lautstärke jene Gefühle musikalisch zu untermalen, die einen Menschen so menschlich machen. link
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Dark Music
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Sunday, 27. april 2008 7 27 /04 /Apr. /2008 13:59
The Raconteurs - Consolers of the Lonley

Die meisten Musiker auf diesem Planeten nutzen ein Sideprojekt in der Regel, um den Teil ihres musikalischen Schaffens zu präsentieren, der irgendwie nicht so recht in das Konzept dessen passen will, was wir als deren Hauptidentität wahrnehmen, ob in Band-, Duo- oder Soloform. Bei Jack White ist das so überhaupt nicht der Fall, aber wer die "White Stripes" kennt, der wird wenig überrascht sein, von der Tatsache, dass Jack White Mitglied und Quasi-Frontmann einer Formation ist, für die er Songs komponiert, die  so eindeutig von ihm sind, dass man sich fragt, wieso Herr White in einer zweiten Band mitmischt. Auch wenn alle "White Stripes" Die-Hard Fans mich jetzt aus ihrer Mitte verbannen möchten, ein großer Teil der Songs des neuen "Raconteurs" Albums hätte ohne Weiteres Platz auf einem weiteren Stripes Album gehabt. 
Der bluerockige Opener und Titelsong, "Salute your salution", "The Switch and the Spur", "Top Yourself" (unbedingt, mehr Stripes geht kaum noch) klingen ohne jeden Zweifel nach Mr. und Mrs. White, auch wenn Letztere hier gar nicht anwesend ist. Vielleicht, um die Ähnlichkeit ein wenig abzuschwächen, sind die Raconteurs Songs mitunter etwas straighter, gradliniger oder zugänglicher.  Das macht die Songs natürlich nicht schlecht - ganz im Gegenteil. Sie klingen frisch, nicht so experimentell. Angesiedelt in der Nähe der bluesigen "White Blood Cells" Momente und der rockigsten "Get behind me" Sachen. Näher an "Icky Thumb" als an "Elephant". Eon "Seven Nation Army sucht man einmal mehr vergebens, in diesem Fall ist es allerdings auch ausgeschlossen, weil man mehr Blues und Country mit einfliessen lässt. Ausserdem gibt es natürlich auch Stücke ("Old enough"  z.B.) die weniger nach den "White Stripes" klingen. Absoluter Favorit ist "Many Shades of Black", ein typisch untypisches Jack White Werk mit einem hohen Wiedererkennungswert. 

"Consolers of the Lonley" ist ein geniales Blues (Hard) Rock Album geworden, eingängig, rockig, bluesig mit einer kleinen, verträglichen Prise Country. Garagen Rock, der so gar nicht nach Garage klingt, Indie für Leute, denen Indie zu gewöhnlich geworden ist und die jetzt erwachsen sind oder jung und cool genug für Musik ausserhalb der HipHop/Emo/Club/NewMetal Müllkippe.

Der perfekte Soundtrack für den, vor uns liegenden (hoffentlich heißen) Sommer. Besser haben es in diesen Monaten eigentlich nur noch die "Black Crowes" gemacht (obwohl die eher den Soundtrack des danach folgenden Herbstes produzierten).link

 
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Neuheiten
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Saturday, 26. april 2008 6 26 /04 /Apr. /2008 01:59
Whitesnake - Good to be bad
 
Das absolute Gegenstück zu "Masse Mensch Material" wird auf meinem iPod zur Zeit genauso oft rauf und runter gespielt.
Dabei war ich zunächst einmal überrascht, dass es "Whitesnake" überhaupt noch gibt. Das David Coverdale darüber hinaus noch in der Lage ist, ein Album heraus zu bringen, das mich ohne Weiteres überzeugt, grenzt fast schon an einem ähnlichen Wunder, wie jenes, das 1987 dazu führte, mir das damalige "Whitesnake" Album zuzulegen und für gut zubefinden; schließlich reden wir hier über absoluten Mainstream (Hard-)Rock, der zumindest in den Achtzigern perfekt auf die US Charts zugeschnitten und aalglatt, mit Blick auf die Top Ten produziert wurde.
Chartplatzierungen dürften Herrn Coverdale aber heute so gar nicht mehr interessieren. 
Das Album ist soundtechnisch recht zeitgemäß, klingt aber dennoch wie "1987", die zweite - was jedoch nicht schlecht sein muss.
Songtitel wie "All I want all I need" oder "All for Love", "A fool for Love" klingen einfach irgendwie bekannt. Auch das Album Schema:  Uptempo Opener, upper Tempo , downer Tempo, Ballade, ... ist keinesfalls aussergewöhnlich. Der Sound klingt "Whitesnake" typisch (zumindest in deren Hardrockphase), die Songs sind (zu) perfekt produziert und dennoch macht das Teil süchtig.
"Good to be bad" ist perfekt beim Auto fahren, Wohnung putzen, Kaffee trinken, Joggen,... Die perfekte Soundcollage beim Arbeiten, die Balladen (drei an der Zahl - auch keine große Überraschung) sind genial zum kuscheln, die rockigen Nummern perfekt für alles Weitere.
"Whitesnake" 2008 haben mich mit einem Album beeindruckt, von dem ich nie gedacht hätte, es würde mir auch nur ein wenig gefallen. Wenn ich vor einundzwanzig Jahren nicht schon "1987" gut gefunden hätte, würde ich mir eingestehen müssen, dass ich älter werde... link
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Neuheiten
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Saturday, 26. april 2008 6 26 /04 /Apr. /2008 01:32
Rome - Masse Mensch Material
 
Fernab von musikalischen Trends und jenseits der üblichen Gothic Klischees, präsentieren Rome, die nun zu zweit musizieren ihr nunmehr drittes akustisches Werk "Mensch Masse Material". Obwohl es erst einmal logisch zu sein scheint, dass Neofolk und Industrial nahezu gegensätzliche Musikrichtungen sind, wenn auch beide im Gothic Genre beheimatet, und deshalb so gar nicht zusammenpassen, beweisen uns Rome, wie nah Neofolk, bzw. Apocalyptic Folk und Industrial  doch beieinander liegen.
Clubhits und Dancefloor Filler findet man auf diesem kopflastigen Album eher nicht. Düster bedrohliche Intros und apokalyptische Neofolk Perlen, sowie schleppende Industrial Stücke, die meilenweit vom 130 BPM Elektrogeschrammel der üblichen Verdächtigen entfernt sind, machen "Masse Mensch Material" zu einem Hörgenuss für Kopf und Seele. 
Rome klingen weder morbid, noch krankhaft depressiv. Sie bieten keine musikalischen Elektrobretter und keine technolastigen Tanzbeats. Rome musizieren erstaunlich zugänglich und bestücken ihr Album lieber mit hymnenhaften Songs und Sounds, die Musik aus dem Goth Bereich wieder einen künstlerischen Anspruch verleihen, den viele aktuelle Produktionen aus diesem Genre leider vermissen lassen.
      link
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Dark Music
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Friday, 25. april 2008 5 25 /04 /Apr. /2008 01:24
Die Ära des iPhone hat gerade erst begonnen
 
Behauptet zumindest jener schwerreiche Webunternehmer, der gerade einen Teil seines Vermögens in die Jungunternehmer investierte, die demnächst mit ihrer Software dafür sorgen sollen, dass das iPhone zum unentbehrlichen Begleiter einer ganzen Generation wird.

Zweifellos gab es bisher in der Geschichte des Mobilfunks noch kein Gerät, das bereits im Vorfeld für soviel Aufsehen sorgte, wie das "iPhone". Seit der Erfindung des "iPods" wurde aus dem kultigen Windowsgegner von einst, ein Unternehmen, das zweifellos qualitativ hochwertige, schick designte Computer, Notebooks und MP3 Player unters Volk bringt. Allerdings ist "Apple" auch ein wirtschaftliches Unternehmen, dessen wachsendes  Portfolio einige zweifelhafte Produkte zu zweifelhaften Preisen zu Tage fördert.
In der Zeit vor der Präsentation eines neuen, schicken Apple-Gerätes, nährt das Apfelunternehmen sich vor allem von Spekulationen, Gerüchten und Wunschgedanken. Das iPhone sollte endlich der zeitgemäße Nachfolger des "Newton", einer der ersten und bis heute besten PDAs aller Zeiten, werden.
Wo "Appel" bisher Geräte kreierte, die qualitativ so hochwertig waren und sind, dass man einen PDA aus den Endneunzigern selbst heute noch ohne weiteres nutzen kann (abgesehen davon, dass nach wie vor immer noch etliche Programme für das Teil veröffentlicht werden) und die Preise für die Mac Books, i Books und Macs bei Ebay derart stabil sind und von Windows artigen Verlusten verschont blieben, ist bereits heute klar, das die erste iPhone Version kein Gerät für die Ewigkeit sein wird.
Ich selber habe mein iPhone richtig lieb, es ist mein ständiger Begleiter. Allerdings ist es, trotz des bisher noch nicht ausgeschöpften Potentials im Inneren des Gerätes, nicht so gut, dass ich mich von meinem "Ameo" hätte trennen können. 
Doch Steve Jobs ist zuversichtlich, dass die Software "iPhone 2.0" das Gerät zum absoluten Toptool unserer Zeit mutieren lässt.
Bis dahin besitze ich ein stylisches Multifunktionstool, das viele Funktionen besitzt, jedoch kaum eine perfekt beherrscht.


 
Das Gerät passt sich äußerlich nicht nur dem aktuellen Mac Style an, sondern kreierte den momentan aktuellen Style.
Es ist absolut flach, aber nicht zu klein. Das Gewicht ist mehr als akzeptabel. Die Touchscreenoberfläche ist genial, das Display besteht aus einem "unzerkratzbaren" Material. Leider ist das Material nicht so gut, dass man die Spuren der natürlichen Oberhautfettschicht nicht sehen würde. Das mitgelieferte Tuch benutzt man zwangsläufig mehrmals täglich. 
Das Display offenbart auch eine unglaublich gute Grafik, selbst das ansehen von Filmen (oder mittlerweile auch Fernsehsendungen) mach tatsächlich Spaß. Das iPhone besitzt äusserlich neben einer gut angebrachten "Home"Taste (die einen entweder zurück zum Startbildschirm oder raus aus dem Menü bringt oder als Eingabetaste fungiert), einen Stummschalter, die "Ein-/Austaste", sowie die Kopfhörer Buchse und die Dockbuchse.  
In erster Linie ist das kleine Gerät ein Mobiltelefon. Und das (zumindest) mit Leib und Seele; man hat bei der Konstruktion des iPhones tatsächlich bedacht, dass man mit einem mobilen Telefon vor allem auch telefonieren möchte. Und das telefonieren mit dem iPhone macht wirklich Spaß: mit dem, gut in der Hand liegenden Gerät an sich (sehr gute Sprachqualität), dem (oder einem anderen) Headset, welches gleichzeitig als Hörer für den integrierten iPod fungiert oder einem Bluetooth Headset. 
Alle Funktionen, die während eines Gespräches zur Verfügung stehen, sind über das Display einfach zu erreichen. Das iPhone bietet nicht nur eine schlichte Mailboxfunktion, sondern arbeitet mit "Voicedialing"; Sprachachrichten können so einzeln und in beliebiger Reihenfolge abgehört werden.
Ebenfalls integriert ist ein E Mail Client, der einfach zu konfigurieren ist. Die fehlende Push Mail Funktion, die mit dem Update 2.0 zur Verfügung gestellt wird, ist für den privaten Anwender eher überflüssig, da die E Mails auch ohne solche Spielereien zeitnah auf dem iPhone ankommen, zumal das Gerät ständig online ist.
Der erste Schwachpunkt am Gerät: das iPhone ist nur in der Nähe von Wireless LAN Zugangspunkten oder über das EDGE Netz online. Letzteres ist derart langsam, dass selbst der Aufbau iPhone konfigurierter Websites derart viel Zeit benötigt, dass das Gerät oftmals den Download abbricht. 
 
Über WLAN hingegen, bekommt der Safari Browser eine völlig andere Wichtigkeit. Nahezu jeder Internetinhalt kann abgerufen werden. Die einzelnen Abschnitte einer Seite lassen sich durch einen Fingertip komfortabel und gut lesbar vergrößern, das Display springt automatisch in einen "Widescreen Modus", sobald man das Gerät um 90 Grad dreht.
Was leider fehlt, ist das Plugin für Flash Inhalte. Nett wäre, bei der vorhandenen Speicherkapazität von 8 GB, ein Downloadmanager gewesen. 
Ein weiterer Schwachpunkt, oft kritisiert und bald behoben, die fehlende Möglichkeit Programme auf das iPhone zu laden. Zur Zeit werden die externen Programme in Form so genannter Webapps zur Verfügung gestellt. Doch auch die funktionieren nur eingeschränkt, langsam oder gar nicht, wenn man nur über das EDGE Netz mit dem Internet verbunden ist. Selbst die bereits aufgespielten Applikationen wie Google Maps machen nur über einen schnellen Zugang wirklich Spaß.
Ob ein iPhone (oder ein anderes Handy) nun unbedingt GPS mit an Bord haben sollte, darüber lässt sich streiten. Dass ein Handy aus dem Hause "Apple" jedoch nur eine 2 Megapixel starke Kamera besitzt, damit keine Filmsequenzen aufgenommen werden können und einem beim Fotografieren erst einmal schwindlig wird, weil das sichtbare Motiv auf dem Display sich zu bewegen scheint, das ist wohl eine herbe Endtäuschung. Ebenfalls lächerlich für ein Multimediatool, besonders in diesem Preissegment, ist die Tatsache, dass der Bluetooth Zugang nur zum Anschluss eines Headsets dienlich ist und weder mit einem Rechner, noch mit einer HIFI Anlage Kontakt aufnehmen kann.
Zumal das iPhone ja auch bekanntlich ein 8GB iPod ist, der für den "iPod Touch" Pate stand. Zur "iPod" Funktion muss ich, glaube ich auch gar nicht soviel sagen. Im Grunde, ist diese Funktion, neben der Telefonfunktion, die einzig perfekte. Und ähnlich wie das Voicedialing werden auch hier neue Geräteeigenschaften vorgestellt, die in Kürze sicher auch in vielen anderen Geräten zu finden sein werden.
Das im iPhone noch etliche Kapazitäten stecken, die bisher nicht ausgereizt wurden, macht das Gerät sicher spannend, dennoch kann ich den Groll, den so viele zu Zeit empfinden, wenn es um Apple allgemein oder das iPhone im Besonderen geht, durchaus nachempfinden.
Der stolze Preis, den das iPhone kostet, würde einen UMTS Chip und die Freiheit, sich Applikationen aufzuspielen in jedem Falle rechtfertigen.
Das iPhone ist zwar mein ständiger Begleiter geworden, aber es ist auch ein Stück Luxus, das man nicht unbedingt braucht - selbst dann nicht, wenn man sich den Luxus eines Multifunktionshandys gönnen möchte.
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: iPhone
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Friday, 25. april 2008 5 25 /04 /Apr. /2008 00:44
Nine Inch Nails - Ghosts I-IV


Überaschung ! 
Es ist noch gar nicht so lange her, da bekamen wir mit "Year Zero" ein Nine Inch Nails Album, das vergleichsweise zum (im Grunde sehr guten, aber von "Fragile" weit entfernten)  Vorgänger wieder richtig "knallte". Gerade einmal ein Jahr später, wird nun mit "Ghosts I - IV" gleich ein weiteres, geniales Stück Musik veröffentlicht, wobei die Bezeichnung "Stück", den Nagel auf den Kopf trifft.
"Ghosts" ist nicht nur der aktuelle Soundtrack für diesen Blog, das Album ist auch das Ergebnis einer zweiwöchigen Jam Session der aktuellen "Nine Inch Nails" Besetzung. Es gab keine Noten, keine Regeln und keine vorgefertigten Schemata, es gab nur die Instrumente und die Intuition, dieses Projekt zu starten, das am Ende wieder ein mal beweist, das "Nine Inch Nails" Initiator Trent Reznor ein musikalischer Gott ist.
Anstelle der üblichen Songtitel wurden die Stücke schlicht durchnummeriert. Das komplette Werk ist eine Symbiose aus ruhigen Momenten, Industrialrock wie wir ihn von "NIN" kennen und lieben, sowie ein wenig (aber deutlich weniger als befürchtet) experimenteller Lärm, an der Grenze zur akustischen Kunst. Das ganze als reines Instrumentalwerk, das man bestenfalls komplett genießt.
Einige der Stücke besitzen sicher auch als Einzelwerke so etwas wie "Hitpotential", der größte Teil der "Ghosts" entfaltet seine Wirkung jedoch im Ganzen. Zwar ist "Ghosts"  kein "richtiges" "NIN" Album geworden , das Werk jedoch als Filler zu bezeichnen, wäre eine echte Beleidigung, denn es ist zu gut geworden, um nur als Wartezeitverkürzer auf das nächste "richtige" "Nine Inch Nails" Album bezeichnet oder angesehen/angehört zu werden. Zumal aus Mr. Renznor ja anscheinend ein echtes Arbeitstier wurde und die durchschnittliche Wartezeit zwischen zwei "NIN" Werken von ehemals sechs Jahren auf überschaubare zwölf Monate gesunken ist. 
"Ghosts I-IV" ist Industrialrock in künstlerisch anspruchsvoller Form und musikalisch bester  Inch Tradition. Kein neues "Downward Spiral", kein neues "Fragile", aber das hat bei diesem Album ja auch keiner erwartet, sowie das Album als solches von niemandem erwartet wurde.
 
Ein Wort noch zum Thema "neue Vertriebswege": auf der "Nine Inch Nails" Homepage kann man, für nix, die Stücke " I Ghost 1-9" herunterladen, für 5 US Dollar das komplette Werk, sowie verschiedene physische Tonträger von "Ghosts"  erstehen (die jeweils einen kompletten Download beinhalten). Leider sind die Portokosten sehr hoch. Die DoppelCD und die Vinylversion stehen seit letzter Woche in den Läden, bei iTunes gibt es  das  Album übrigens nicht.
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Dark Music
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Wednesday, 16. april 2008 3 16 /04 /Apr. /2008 00:54
Herzlich Willkommen. 
Als Musikliebhaber sammele ich Musik. Ich weiß nicht recht, wie viel tausende von DM und Euro ich in meine, recht umfangreiche CD Sammlung investiert habe, aber ich bin schon recht stolz darauf. Einen Teil dieser gesammelten Musik, werde ich in diesem Blog nun den Lesern desselbigen empfehlen. 
Natürlich ärgert man sich in meinem Alter maßlos über die Vinylplatten, von denen man sich Ende der Achtziger trennte, um Musik zeitgemäß digital genießen zu können und um so stolzer bin ich auf meine Vinylsammlung, die sich zwar nur auf meine absoluten Lieblingskünstler bezieht, in der aber dafür eine Menge seltener Platten, limitierte Auflagen und viele, viele Raritäten ihren Platz gefunden haben. Allem voran sammele ich "Iron Maiden" Vinyl. Gerade bin ich dabei, die vielen Platten zu katalogisieren um die Liste hier zu veröffentlichen, in der Hoffnung auf Gleichgesinnte, Tauschpartner und Ex Sammler zu treffen.
Dabei mache ich mir gerade viele Gedanken über die Entwicklung und Veränderungen der Musikindustrie. 
Vinyl ist heute teurer als je zuvor und scheinbar den Sammlern und Freaks vorbehalten. Dennoch hat die Jagt auf die schwarzen (oder bunten) Scheiben seit "Ebay" ihren Reiz verloren. Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, dass über die Auktionsplattform, seit Jahren, täglich mehrere der ursprünglich auf sechshundert Stück limitierten "Soundhouse Tapes" von "Iron Maiden" für weit mehr als hundert Euro versteigert werden, denn man muss kein mathematisches Genie oder gar Statistiker sein, um zu registrieren, dass die Gesamtzahl der in den vergangenen Jahren dort versteigerten "Soundhouse Tapes" Single die sechshunderter Grenze bei Weitem überschritten wurde. Auf der anderen Seite, verlieren viele andere Vinylplatten deutlich an Wert, ganz abgesehen von der Tatsache, das täglich mehrere hundert Exemplare irgendeiner uralten Scheibe in einem so guten Zustand versteigert werden, dass man glauben könnte, die halbe Weltbevölkerung hat sich vor zwanzig Jahren "Appetite for Destruction" (Guns N'Roses) in dem damals umstrittenen Cover der ersten Auflage nur gekauft, um sie verschweißt auf dem Dachboden zu lagern (natürlich nur unter atmosphärisch günstigsten Bedingungen) und das Teil nun quasi "wie neu" unters Volk zu bringen.
Dem Gegenüber stehen nun neue Vertriebswege für Musik, die selbst von "Iron Maiden" nun genutzt werden, um die jungen Hörer glücklich zu machen. Die Rede ist von Downloads. 
Als ich damals meine erste DSL Leitung installieren lies, stand auch mein Rechner zugegebener Maßen nicht still, sondern war ständig mit dem laden diverser Musikstücke beschäftigt. Songs, die ich schon immer suchte, aber nirgendwo fand, landeten endlich auf der Festplatte meines Rechners. Und auch die aktuelle "iTunes" Version kommt gut bei mir an, schließlich bin ich auch ein Technik- und Computerfreak, besitze ein iPhone und einen iPod Classic und entledige mich gerade von hunderten Maxi- und Single CDs (insbesondere von jenen, die mit überflüssigen Füllsongs oder dreizehn Remixen des Titelsongs befüllt sind). Da ist es einfacher und günstiger, sich einen Titel für 99 Cent auf den iPod zu laden. Man kann jeden Song zu jeder Zeit kaufen, sich die Musik vorher (bruchstückhaft) anhören und wenn mir gerade einmal ein Lied gefällt, das sich ausserhalb meines üblichen, musikalischen Blickfeldes (oder besser: Hörfeldes) bewegen sollte, dann muss ich mir weder die Maxi CD (die mit den dreizehn Remixen) noch das komplette Album kaufen. Das ist sicher sehr, sehr vorteilhaft.
Dennoch besitze ich in der Regel lieber einen physischen Tonträger. 
Bei "iTunes" (und auch bei deren Konkurrenten) bekomme ich kein Cover, allenfalls ein digitales Booklet, ich kann die Musik zwar als Silberling brennen, muss aber stundenlang layouten und basteln, um ein Produkt zu bekommen, das meinen Ansprüchen als Musiksammler ein Stück entgegen kommt.
Auch wenn Trent Reznor die neuen Vertriebswege, die einem Künstler zur Verfügung stehen, mit seinem Werk "Ghosts I-IV" vorbildlich nutze und "Radiohead" der Industrie mal so richtig zeigten, wo der Hammer hängt. Auch wenn "Iron Maiden" da behaupten, man müsse die Technologien nutzen (dem ich ja zweifellos zustimme) und ihr nächstes Album dann also auf ihrer Homepage günstig downloadbar machen werden, ich hoffe und vertraue darauf, das neben diesen neuen Vertriebswegen, von denen plötzlich alle reden, auch die alten Medien nicht vergessen oder vernichtet werden.
Da Experten schon heute davor warnen, sich einen Blue Ray xy Player zuzulegen, weil Filme demnächst nur noch online zur Verfügung stehen werden, habe ich wirklich Angst, irgendwann auf CDs oder MusikDVDs oder gar Vinylplatten verzichten zu müssen. 
Es mag ein wenig altmodisch klingen, aber die Verpackung der Musik und der Tonträger auf dem sich selbige befinden, waren und sind für mich zweifelsfrei ein Teil des Ganzen, auf das ich ungern verzichten möchte...
 
von Joachim Naumann - veröffentlicht in: Allgemeines
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