Freitag, 25. april 2008
Die Ära des iPhone hat gerade erst begonnen
 
Behauptet zumindest jener schwerreiche Webunternehmer, der gerade einen Teil seines Vermögens in die Jungunternehmer investierte, die demnächst mit ihrer Software dafür sorgen sollen, dass das iPhone zum unentbehrlichen Begleiter einer ganzen Generation wird.

Zweifellos gab es bisher in der Geschichte des Mobilfunks noch kein Gerät, das bereits im Vorfeld für soviel Aufsehen sorgte, wie das "iPhone". Seit der Erfindung des "iPods" wurde aus dem kultigen Windowsgegner von einst, ein Unternehmen, das zweifellos qualitativ hochwertige, schick designte Computer, Notebooks und MP3 Player unters Volk bringt. Allerdings ist "Apple" auch ein wirtschaftliches Unternehmen, dessen wachsendes  Portfolio einige zweifelhafte Produkte zu zweifelhaften Preisen zu Tage fördert.
In der Zeit vor der Präsentation eines neuen, schicken Apple-Gerätes, nährt das Apfelunternehmen sich vor allem von Spekulationen, Gerüchten und Wunschgedanken. Das iPhone sollte endlich der zeitgemäße Nachfolger des "Newton", einer der ersten und bis heute besten PDAs aller Zeiten, werden.
Wo "Appel" bisher Geräte kreierte, die qualitativ so hochwertig waren und sind, dass man einen PDA aus den Endneunzigern selbst heute noch ohne weiteres nutzen kann (abgesehen davon, dass nach wie vor immer noch etliche Programme für das Teil veröffentlicht werden) und die Preise für die Mac Books, i Books und Macs bei Ebay derart stabil sind und von Windows artigen Verlusten verschont blieben, ist bereits heute klar, das die erste iPhone Version kein Gerät für die Ewigkeit sein wird.
Ich selber habe mein iPhone richtig lieb, es ist mein ständiger Begleiter. Allerdings ist es, trotz des bisher noch nicht ausgeschöpften Potentials im Inneren des Gerätes, nicht so gut, dass ich mich von meinem "Ameo" hätte trennen können. 
Doch Steve Jobs ist zuversichtlich, dass die Software "iPhone 2.0" das Gerät zum absoluten Toptool unserer Zeit mutieren lässt.
Bis dahin besitze ich ein stylisches Multifunktionstool, das viele Funktionen besitzt, jedoch kaum eine perfekt beherrscht.


 
Das Gerät passt sich äußerlich nicht nur dem aktuellen Mac Style an, sondern kreierte den momentan aktuellen Style.
Es ist absolut flach, aber nicht zu klein. Das Gewicht ist mehr als akzeptabel. Die Touchscreenoberfläche ist genial, das Display besteht aus einem "unzerkratzbaren" Material. Leider ist das Material nicht so gut, dass man die Spuren der natürlichen Oberhautfettschicht nicht sehen würde. Das mitgelieferte Tuch benutzt man zwangsläufig mehrmals täglich. 
Das Display offenbart auch eine unglaublich gute Grafik, selbst das ansehen von Filmen (oder mittlerweile auch Fernsehsendungen) mach tatsächlich Spaß. Das iPhone besitzt äusserlich neben einer gut angebrachten "Home"Taste (die einen entweder zurück zum Startbildschirm oder raus aus dem Menü bringt oder als Eingabetaste fungiert), einen Stummschalter, die "Ein-/Austaste", sowie die Kopfhörer Buchse und die Dockbuchse.  
In erster Linie ist das kleine Gerät ein Mobiltelefon. Und das (zumindest) mit Leib und Seele; man hat bei der Konstruktion des iPhones tatsächlich bedacht, dass man mit einem mobilen Telefon vor allem auch telefonieren möchte. Und das telefonieren mit dem iPhone macht wirklich Spaß: mit dem, gut in der Hand liegenden Gerät an sich (sehr gute Sprachqualität), dem (oder einem anderen) Headset, welches gleichzeitig als Hörer für den integrierten iPod fungiert oder einem Bluetooth Headset. 
Alle Funktionen, die während eines Gespräches zur Verfügung stehen, sind über das Display einfach zu erreichen. Das iPhone bietet nicht nur eine schlichte Mailboxfunktion, sondern arbeitet mit "Voicedialing"; Sprachachrichten können so einzeln und in beliebiger Reihenfolge abgehört werden.
Ebenfalls integriert ist ein E Mail Client, der einfach zu konfigurieren ist. Die fehlende Push Mail Funktion, die mit dem Update 2.0 zur Verfügung gestellt wird, ist für den privaten Anwender eher überflüssig, da die E Mails auch ohne solche Spielereien zeitnah auf dem iPhone ankommen, zumal das Gerät ständig online ist.
Der erste Schwachpunkt am Gerät: das iPhone ist nur in der Nähe von Wireless LAN Zugangspunkten oder über das EDGE Netz online. Letzteres ist derart langsam, dass selbst der Aufbau iPhone konfigurierter Websites derart viel Zeit benötigt, dass das Gerät oftmals den Download abbricht. 
 
Über WLAN hingegen, bekommt der Safari Browser eine völlig andere Wichtigkeit. Nahezu jeder Internetinhalt kann abgerufen werden. Die einzelnen Abschnitte einer Seite lassen sich durch einen Fingertip komfortabel und gut lesbar vergrößern, das Display springt automatisch in einen "Widescreen Modus", sobald man das Gerät um 90 Grad dreht.
Was leider fehlt, ist das Plugin für Flash Inhalte. Nett wäre, bei der vorhandenen Speicherkapazität von 8 GB, ein Downloadmanager gewesen. 
Ein weiterer Schwachpunkt, oft kritisiert und bald behoben, die fehlende Möglichkeit Programme auf das iPhone zu laden. Zur Zeit werden die externen Programme in Form so genannter Webapps zur Verfügung gestellt. Doch auch die funktionieren nur eingeschränkt, langsam oder gar nicht, wenn man nur über das EDGE Netz mit dem Internet verbunden ist. Selbst die bereits aufgespielten Applikationen wie Google Maps machen nur über einen schnellen Zugang wirklich Spaß.
Ob ein iPhone (oder ein anderes Handy) nun unbedingt GPS mit an Bord haben sollte, darüber lässt sich streiten. Dass ein Handy aus dem Hause "Apple" jedoch nur eine 2 Megapixel starke Kamera besitzt, damit keine Filmsequenzen aufgenommen werden können und einem beim Fotografieren erst einmal schwindlig wird, weil das sichtbare Motiv auf dem Display sich zu bewegen scheint, das ist wohl eine herbe Endtäuschung. Ebenfalls lächerlich für ein Multimediatool, besonders in diesem Preissegment, ist die Tatsache, dass der Bluetooth Zugang nur zum Anschluss eines Headsets dienlich ist und weder mit einem Rechner, noch mit einer HIFI Anlage Kontakt aufnehmen kann.
Zumal das iPhone ja auch bekanntlich ein 8GB iPod ist, der für den "iPod Touch" Pate stand. Zur "iPod" Funktion muss ich, glaube ich auch gar nicht soviel sagen. Im Grunde, ist diese Funktion, neben der Telefonfunktion, die einzig perfekte. Und ähnlich wie das Voicedialing werden auch hier neue Geräteeigenschaften vorgestellt, die in Kürze sicher auch in vielen anderen Geräten zu finden sein werden.
Das im iPhone noch etliche Kapazitäten stecken, die bisher nicht ausgereizt wurden, macht das Gerät sicher spannend, dennoch kann ich den Groll, den so viele zu Zeit empfinden, wenn es um Apple allgemein oder das iPhone im Besonderen geht, durchaus nachempfinden.
Der stolze Preis, den das iPhone kostet, würde einen UMTS Chip und die Freiheit, sich Applikationen aufzuspielen in jedem Falle rechtfertigen.
Das iPhone ist zwar mein ständiger Begleiter geworden, aber es ist auch ein Stück Luxus, das man nicht unbedingt braucht - selbst dann nicht, wenn man sich den Luxus eines Multifunktionshandys gönnen möchte.
von Joachim Naumann veröffentlicht in: Äpfel
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