PDAs und Handheld PCs begleiten mich seit dem Ende der 90er durch meinen Alltag und sind aus diesem auch nicht mehr wegzudenken. Ich bin zwar so gar kein
Manager, aber ein Freund und Liebhaber technischer Tools.
Noch immer trauere ich meinem "Sony Clie UX" und dem ebenfalls genialen "Psion Revo Plus" hinterher, zwei unschlagbare PDAs, deren Produktion leider eingestellt
wurde. Während der "Revo" wegen mangelnder Multi Media Fähigkeiten mit seinem schwarz-weiß Display so gar nicht mehr zeitgemäß ist, fehlt es dem UX von "Sony" leider an Speicherplatz und UMTS
(bzw. überhaupt an Telefonfunktionen).
Der "Ameo" schien mir nun der geeignetste Kandidat, meinen Anforderungen gerecht zu werden und die Messlatte seiner Vorgänger zu topen.
Zunächst einmal fällt es schwer, das Gerät als solches zu kategorisieren; ein Smartphone? PDA? Handheld PC? Mini Laptop?
T-Mobile nannten den Hybriden, der viele gute Eigenschaften verschiedener Geräteklassen in sich vereint "Micro Notebook", eine Definition, die von mir stammen
könnte.
Als PDA ist er ein wenig (zu) groß und (viel zu) schwer geraten, als Smartphone geht er nicht so recht durch, weil man sich den klobigen Kasten (Gott sei Dank)
nicht an das Ohr halten muss, sondern nur mit Headset oder mit Hilfe der Freisprechfunktion telefonieren kann. Eine 8GB Festplatte (in diesem Fall "Micro Drive") findet man zwar zunehmend auch in
anderen Handys, aber wenn man sich mal überlegt, dass der integrierte Speicherplatz doppelt so hoch ist, wie der des EeePC, dann nimmt man "Größe" und Gewicht gerne in Kauf und freundet sich
zügig mit der neuen Gerätebezeichnung an.
Die Verpackung enthält eine Menge Zubehör: Die CD Rom mit der notwendigen Software (für alle Windows PC Besitzer, wir Appler müssen für unser Synch.Programm mal
wieder draufzahlen), ein Handbuch, einen Quickguide, eine Zubehörtasche mit div. Adaptern, Ladekabel, Mini DVI Kabel, einer edlen Lederschutzhülle,Multitouch Pen,... und natürlich der Ameo, ein
edel aussehendes Gerät in schickem Apple White (zum Zeitpunkt des Erscheinens des "Ameo" war fast, aber noch nicht hundert Prozent klar, wer das "iPhone" in Deutschland vertreiben würde) auf der
einen und edlem Silber auf der anderen Seite. Das Gerät misst 133 x 97 x 16 mm und ist 355 g schwer. Eine magnetisch andockbare Tastatur, die auch bei längeren Texten noch angenehm bedienbar ist,
fungiert gleichzeitig als Deckel mit Sichtfeld auf die wichtigsten Handy- und Netzdetails.
Auf der hinteren Seite befindet sich eine 3,2 MP starke Kamera mit Blitzlicht und Videoleuchte, deren Bildqualität allemal überzeugt und im Urlaub oder für den
Otto-Normalverbraucher eine Kamera durchaus ersetzt.
Auf der Frontseite gibt es neben dem 5 Zoll Display (480 x 640, 65.536 Farben, TFT, hoch oder quer nutzbar) noch eine VGA Kamera, die man für die Videotelefonie
oder auch bizarre Experimente jeder Art benutzen kann. Und eine Menge Anschlüsse (Mini USB, VGA, Kopfhörer oder Headset,...), sowie diverse Tasten, zum Teil nach Wunsch belegbar, zum Teil
auch vorkonfiguriert).
Wenn man das Gerät dann zum ersten Mal einschaltet fährt das Betriebssystem hoch.
Windows Mobile, damals noch in der Fünfer Version, dank eines Links auf der T-Mobile Seite problemlos updatebar auf die sechser Version. Die Unterstützung zum
Mac läuft leider nur über teure Zusatzprogramme wie Missing Sync, und hier gibt es leider viel zu häufig Probleme mit dem Übertragen neuer PDA Programme, was wirklich ärgerlich ist. Zumal
die Hauptschuld anscheinend bei "Apple" liegt, die irgendwie nicht einsehen, wieso sie derartige Geräte supporten sollen; Solange "Apple" allerdings nicht in der Lage ist oder sein will, selber
ein solches Gerät (zu einem akzeptablen Preis !!!) zu produzieren, werden die "Appelianer" jedoch nicht umher kommen, zu akzeptieren, dass solche Geräte nun mal mit Programmen auf Windows Basis
funktionieren.
Nach dem Hochfahren, gibt es erst einmal vieles zu entdecken, wenn man möchte zu konfigurieren und einzustellen und wenn man kann (als Mac User ist es eher
empfehlenswert sich auch eine Windowsversion auf den Rechner zu aufzuspielen, um zumindest einige Zusatzprogramme sicher auf den Ameo zu bringen) und man kann anfangen sich an dem Gerät
auszulassen:
Die ganze Office Palette von der Adressverwaltung bis "Word" "Excel" Dokumenten und selbst Präsentationen lassen sich in beide Richtungen synchronisieren. Jedes
Dokument kann auf dem Ameo angesehen und bearbeitet oder eben erstellt werden. Präsentationen können den Anschluss an Beamer großflächig an die Wand projiziert werden oder ausgedruckt.
Die Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte sind bombastisch: ob an den Fernseher oder Monitor, Drucker oder die Stereoanlage, alles ist möglich. Bluetooth,
WIFI, UMTS, GPS, alles an Bord, was den Ameo mit dem Rest der PC oder HIFI Anlage verbindet, oder Internet oder, oder, oder.
Das integrierte GPS Modul läuft selbst mit "Google Maps" ausgezeichnet, die Multimedia Funktionen lassen für mich zwar das iTunes Portal vermissen, aber auch
der MediaPlayer leistet hervorragende Dienste.
Ich könnte mich hier stundenlang über die Vielzahl von Möglichkeiten auslassen, aber am Ende wird jeder seine eigenen Erfahrungen machen, zumal jeder User
andere Ansprüche hat.
Ich kann nur jedem PDA oder Smartphone Interessierten den Ameo wärmstens empfehlen.
Jeder, der dieses Gerät nun schon sein Eigen nennt, und meint er hätte einen oder auch mehrere Tricks auf Lager, sollte sich nicht zurückhalten, damit
rauszurücken; in naher Zukunft werde ich dann eine Sammlung von Tipps und Tricks, sowie Links mit wichtigen Programmen für den Ameo auf dieser Seite unterbringen.
Das der Ameo so groß und schwer ist, stört mich schon deshalb nicht, weil ich mit ihm so ziemlich alles mit dabei habe, was es an wichtigem und manchmal auch
weniger wichtigem MultiMedia, Computer, Web 2.0 oder sonstigen Dingen so gibt und mitzunehmen ist. Der Ameo ist zweifellos der bisher beste Ersatz des Sony PDAs von einst, wenn auch nicht ganz so
klein und handlich - dafür mit umso mehr Möglichkeiten.
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