Friday, 1. august 2008
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23:15
Metallica - Ride the Lightning
Die Achtziger waren zweifellos ein Jahrzehnt, in dem "Metallica" echt gute Musik machten. Das mag vielleicht daran liegen, das "Metallica" damals eine Speed Metal Band waren und keine Rockstars. In
einer Zeit, in der sie ihre Fans bewusst dazu anheizten, Bootlegs unter das Volk zu bringen, statt jugendlichen Online Music Tradern die Hölle heiss zu machen, entstand mit "Ride the Lightning" ein
Album, das wahrhaftig alles bis dahin da gewesene in den Schatten stellte, ein Album, dass besser ist, als "Masters of Puppets", auch wenn einige jetzt meckern. "Masters of Puppets" mag seine
Stärken, insbesondere mit "Battery", einem der besten Songs aller Zeiten, haben, letztlich folgte das dritte "Metallica" Werk, von Konzept und Aufbau her nur detailliert den Vorgaben von "Ride the
Lightning", das zudem rauer und authentischer klingt.
Der "in-die-Fresse" Opener "Fight Fire with Fire", gefolgt vom komplexeren und langsameren Titeltrack, rockt gewaltig, energisch, aggressiv. "For whom the Bell tolls" ist ein Klassiker an sich,
Downtempo, fast doomy, aber heavy.
Es folgt im Mittelteil nun das Stück, das "Metallica" für alle Zeiten berühmt machte - die Semiballade.
Hier in Form von "Fade to black" und somit ein echt geniales Stück, das wirklich unter die Haut geht.
Ich sags nur ungern: "Metallica" haben die Semi Ballade nicht in echt erfunden - aber vollkommen neu kreiert. Gemessen an "Fade to black" klingen alle Metal Balladen dieser Welt - einschließlich
dem "Metallica" eigenen Mist - nur lächerlich.
O.K. Das ist ein wenig übertrieben und arg pauschalisiert, macht aber deutlich, was ich von "Fade to black" halte.
Dann kommt die "Schwächelphase"; zwei der Songs, die auch in den Live Sets von "Metallica" immer wieder gerne ignoriert werden, im letzten Viertel wird dann aber noch einmal imposant aufgedreht.
"Creeping Death" bedarf kaum der Worte, schließlich ist das neben "Battery" DIE "Metallica" Hymne, ach was sage ich, die Metal Hymne schlechthin.
"Creeping Death" ist ein Stück Metal Geschichte, die weit, weit über die Achtziger hinaus reicht. "The Call of Ktulu" beschließt das Werk mit einem überlangen Instrumental, dass noch einmal zeigt,
wozu "Metallica" damals in der Lage waren: komplexe Strukturen in ein unglaublich spannendes Stück Musik gewebt, schon damals hätte man ahnen können, das "S&M" (einer der wenigen Lichtblicke in
der späteren "Metallica" Kariere) quasi für "Metallica" erfunden wurde (natürlich, für wen auch sonst - sicher nicht für die Scorpions oder Bon Jovi).
Damals gehörten "Metallica" zu meinen Lieblingsbands, das Album war einer meiner absoluten Favoriten. Schade, dass die Band nach "...and Justice for all" nur noch musikalischen Mist an den Mann zu
bringen versucht - und damit auch noch erfolgreich ist.
von Joachim Naumann
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veröffentlicht in: 80's Metal Classics
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